

Glossar: Wichtige Fachbegriffe aus der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie
Verhaltenstherapie
Eine wissenschaftlich fundierte Form der Psychotherapie, die darauf abzielt, problematische Verhaltensweisen und Denkmuster zu erkennen und gezielt zu verändern. Sie arbeitet mit konkreten Methoden und Übungen, die individuell auf das Kind oder den Jugendlichen abgestimmt werden.
Entwicklungsbesonderheiten
Abweichungen oder Besonderheiten in der Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen, zum Beispiel im Bereich der Sprache, des Lernens, der sozialen Fähigkeiten oder der Intelligenz. Dazu zählen auch Diagnosen wie Autismus-Spektrum-Störung oder Hochbegabung.
Evidenzbasiert
Bezeichnet eine Arbeitsweise, die sich an wissenschaftlich belegten Methoden und Erkenntnissen orientiert. Eingesetzte Maßnahmen und Therapien sind nachweislich wirksam.
Prozessbasiert
Prozessbasiert bedeutet, dass die Therapie nicht nur auf die Behandlung einzelner Symptome oder Diagnosen abzielt, sondern die individuellen Entwicklungs- und Veränderungsprozesse des Kindes oder Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Im Fokus stehen die Förderung von Fähigkeiten, die Stärkung von Ressourcen und die Begleitung auf dem Weg zu nachhaltigen Veränderungen. Die therapeutischen Maßnahmen werden dabei flexibel und fortlaufend an die aktuellen Bedürfnisse und Entwicklungen angepasst.
Inklusive Haltung
Ein Ansatz, der Vielfalt und Unterschiedlichkeit wertschätzt und alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihren Fähigkeiten, ihrer Herkunft oder ihrem Entwicklungsstand einbezieht.
Diagnostik
Die systematische Untersuchung und Einschätzung von Problemen, Stärken und Entwicklungsständen. Sie dient dazu, die passende Therapie zu planen und individuelle Ziele festzulegen.
Psychotherapeutische Sprechstunde
Ein erstes Gespräch, in dem gemeinsam geklärt wird, ob eine Therapie sinnvoll ist und welche Angebote passen könnten. Es dient der Orientierung und Entlastung.
Probesitzungen (Probatorische Sitzungen)
Einige Sitzungen zu Beginn der Therapie, in denen Diagnostik abgeschlossen und Therapieziele vereinbart werden. Sie sind Voraussetzung für die Beantragung der Therapie bei der Krankenkasse.
Komplexbehandlung / Komplexversorgung für Kinder und Jugendliche
Eine Komplexbehandlung ist eine besonders intensive, koordinierte Therapieform für Kinder und Jugendliche mit schweren psychischen Erkrankungen. Dabei arbeiten verschiedene Fachleute (z. B. Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, Sozialarbeiter:innen) eng zusammen, um alle wichtigen Lebensbereiche und Bedürfnisse des Kindes oder Jugendlichen gemeinsam zu berücksichtigen und bestmöglich zu unterstützen.
Selektivverträge / Facharztprogramme
Spezielle Verträge zwischen bestimmten Krankenkassen und Fachärzt:innen, die eine schnellere oder vereinfachte Aufnahme in die Therapie ermöglichen.
SGB V / SGB IX
Sozialgesetzbuch V regelt die kassenärztliche Versorgung (z. B. Psychotherapie), SGB IX betrifft Leistungen zur Teilhabe, etwa bei Autismustherapie oder Lerntherapie.
Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
Eine Entwicklungsstörung, die sich durch Besonderheiten in der sozialen Interaktion, Kommunikation und im Verhalten äußert. Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich.
Fütter- und Essproblematiken
Schwierigkeiten beim Essen, wie sehr eingeschränkte Auswahl von Lebensmitteln, Verweigerung von Nahrung oder Probleme beim Füttern, oft im Zusammenhang mit Entwicklungsbesonderheiten.
Enuresis / Enkopresis
Enuresis bezeichnet das Einnässen, Enkopresis das Einkoten bei Kindern, wenn diese Schwierigkeiten für das Kind und die Familie belastend sind.
Kontextuelle Verhaltenstherapie
Ein Ansatz, der Gefühle, Gedanken, Verhalten und das soziale Umfeld gemeinsam betrachtet und Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen ermöglicht.
Title for accordion Gutachterliche Stellungnahme
Ein fachliches Gutachten, das auf Anfrage des Jugendamts erstellt wird, zum Beispiel zur Einschätzung von Unterstützungsbedarf nach § 35a SGB VIII.
Diagnostische Verfahren
Das sind spezielle Tests und Beobachtungsmethoden, mit denen Fachleute herausfinden, wie sich ein Kind entwickelt, welche Stärken und Schwierigkeiten es hat und wie es am besten unterstützt werden kann.
DYSIPS (Diagnostik-System für Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter)
DYSIPS sind spezielle Fragebogen oder Interviews, die von Fachleuten genutzt wird, um herauszufinden, ob ein Kind oder Jugendlicher psychische Probleme oder Auffälligkeiten hat. Dabei werden Kinder und Jugendliche, Eltern sowie andere Bezugspersonen gezielt zu verschiedenen Verhaltensweisen befragt. Das Ziel ist, möglichst genau zu erkennen, ob und welche psychischen Störungen vorliegen, damit die passende Unterstützung oder Therapie geplant werden kann.
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YSR (Youth Self Report)
Das YSR ist ein Fragebogen, den Jugendliche selbst ausfüllen. Sie beantworten darin Fragen zu ihrem eigenen Verhalten, ihren Gefühlen und Problemen. So bekommen Fachleute einen Eindruck davon, wie der Jugendliche sich selbst sieht und wo er vielleicht Unterstützung braucht.
CBCL (Child Behavior Checklist)
Die CBCL ist ein Fragebogen, den Eltern oder andere Bezugspersonen ausfüllen. Sie beschreiben darin, wie sie das Verhalten und die Gefühle ihres Kindes wahrnehmen. Das hilft Fachleuten, Auffälligkeiten oder Probleme besser zu erkennen und die passende Unterstützung zu planen.
TRF (Teacher Report Form)
Das TRF ist ein Fragebogen für Lehrkräfte. Sie geben darin an, wie sie das Verhalten und die Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen in der Schule erleben. So können auch Beobachtungen aus dem schulischen Alltag in die Einschätzung und Planung der Hilfe einfließen.
M-CHAT (Modified Checklist for Autism in Toddlers)
Der M-CHAT ist ein kurzer Fragebogen, den Eltern für ihr Kleinkind ausfüllen. Er hilft Fachleuten dabei, frühzeitig Hinweise auf Autismus zu erkennen. Die Fragen beziehen sich auf das Verhalten, die Kommunikation und das soziale Miteinander des Kindes. Das Ergebnis zeigt, ob eine genauere Untersuchung sinnvoll ist, damit Kinder mit möglichen Entwicklungsbesonderheiten frühzeitig Unterstützung bekommen können.
FSK (Fremdbeurteilungsbogen Sozialer Kompetenzen)
Der FSK ist ein Fragebogen, den Eltern, Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen ausfüllen. Damit wird eingeschätzt, wie gut ein Kind im Alltag mit anderen Menschen umgeht, zum Beispiel beim Kontakteknüpfen, im Umgang mit Konflikten oder beim Einhalten von Regeln. Die Ergebnisse helfen Fachleuten, die sozialen Stärken und Schwierigkeiten eines Kindes besser zu verstehen und gezielt zu fördern.
Title for accordion iteSRS (Social Responsiveness Scale)m
Die SRS ist ein Fragebogen, mit dem Eltern, Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen einschätzen, wie gut ein Kind im Alltag mit anderen Menschen zurechtkommt. Dabei geht es vor allem um soziale Fähigkeiten, zum Beispiel wie das Kind Kontakte knüpft, mit anderen spricht oder auf Gefühle reagiert. Die Ergebnisse helfen Fachleuten, Auffälligkeiten im sozialen Verhalten zu erkennen – zum Beispiel im Zusammenhang mit Autismus – und die passende Unterstützung zu planen.
WISC-V (Wechsler Intelligence Scale for Children – Fifth Edition)
Die WISC-V ist ein Intelligenztest für Kinder und Jugendliche. Mit verschiedenen Aufgaben werden unterschiedliche Fähigkeiten wie Sprache, logisches Denken, Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit geprüft. Das Ergebnis hilft Fachleuten einzuschätzen, wie das Kind lernt und wo seine Stärken und Unterstützungsbedarfe liegen.
SON-R (Snijders-Oomen Nonverbal Intelligence Test – Revision)
Der SON-R ist ein Intelligenztest, der ohne Sprache auskommt. Er eignet sich besonders für Kinder, die wenig oder gar nicht sprechen, zum Beispiel bei Sprachentwicklungsstörungen oder wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist. Mit Bildern und Aufgaben wird geprüft, wie gut das Kind denken, kombinieren und Probleme lösen kann.
Childhood Autism Rating Scale (CARS)
Die Childhood Autism Rating Scale, kurz CARS, ist ein Beobachtungsbogen, den Fachleute nutzen, um das Verhalten von Kindern einzuschätzen, wenn der Verdacht auf Autismus besteht. Dabei werden verschiedene Bereiche wie Kommunikation, soziale Fähigkeiten und Interessen bewertet. Das Ergebnis hilft dabei, festzustellen, ob und wie stark bei einem Kind Merkmale von Autismus vorliegen und ob weitere Unterstützung oder Diagnostik sinnvoll ist.
ADOS (Autism Diagnostic Observation Schedule)
Ein Test, mit dem Fachleute das Verhalten eines Kindes beobachten, um Hinweise auf Autismus zu erkennen.
ADI-R (Autism Diagnostic Interview – Revised)
Das ADI-R ist ein ausführliches Gespräch, das Fachleute mit den Eltern oder engen Bezugspersonen eines Kindes führen. Dabei werden gezielt Fragen zur Entwicklung, zum Verhalten und zur Kommunikation des Kindes gestellt – besonders im Hinblick auf Autismus. Das Interview hilft, typische Verhaltensweisen und Schwierigkeiten zu erkennen und eine möglichst genaue Diagnose zu stellen.
VB-MAPP (Verbal Behavior Milestones Assessment and Placement Program)
Ein Verfahren, das prüft, wie weit ein Kind in seiner sprachlichen und sozialen Entwicklung ist, besonders bei Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten.
PEAK (Promoting the Emergence of Advanced Knowledge)
Ein Testsystem, das hilft, Lernfortschritte und Fähigkeiten bei Kindern mit Autismus oder anderen Entwicklungsstörungen einzuschätzen.
TEACCH
Ein sehr umfassender therapeutisch-pädagogischer Ansatz, der für Kinder mit Autismus in North Carolina entwickelt.
PEP-3 (Psychoeducational Profile, Third Edition)
Eine Förderdiagnostik aus dem TEACCH-Ansatz, die die Entwicklung und den Lernstand von Kindern mit Autismus oder anderen Entwicklungsbesinderheiten gerade im Übergang vom Kindergarten in die Schule erfasst.
TTAP (TEACCH Transition Assessment Profile)
Eine Förderdiagnostik aus dem TEACCH-Ansatz, die hilft wichtige Fähigkeiten im Übergang ins Erwachsenenleben zu analysieren.
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Essential for Living
Eine Förderdiagnostik und ein Curriculum, das wichtige Alltagsfähigkeiten und Kommunikationsmöglichkeiten von Kindern mit besonderen Bedürfnissen erfasst.
Vineland Adaptive Behavior Scales
Die Vineland Adaptive Behavior Scales sind ein Fragebogen, mit dem Eltern und Fachleute gemeinsam einschätzen, wie gut ein Kind alltägliche Aufgaben und soziale Situationen meistert. Es wird zum Beispiel gefragt, wie selbstständig das Kind ist, wie es mit anderen umgeht oder wie es sich im Alltag zurechtfindet. Das hilft dabei, die Stärken und den Unterstützungsbedarf des Kindes besser zu verstehen und die Förderung gezielt zu planen.

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